FC WIL – FC WOHLEN 3:1

Am Schluss war die Enttäuschung gross

Samstag, 5. August 2017, 19 Uhr

ISP Arena, Wil

Zuschauerzahl: 920

 

Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser absoluten «Weisheit» kann man nach dem Spiel in der ISP Arena in Wil nur laut nickend zustimmen. Wo steht die Mannschaft tatsächlich? Welches «Gesicht» stimmt: Das der ersten oder das der zweiten Halbzeit gegen den FC Wil? Noch eine Erkenntnis nach dieser Niederlage: Selbst mit identischer blau-weisser Brille fällt die Beurteilung bei den Zuschauern vor Ort aus dem Freiamt ziemlich different aus.

 

Nicht ignorieren kann man allerdings, dass der FC Wohlen mit einem klaren Plan diesen Match begonnen hat – aufsässig hoch stehend, offensiv, dominant. Schon in der ersten Minute wurde Kristian Kuzmanovic perfekt lanciert und kam aus vielleicht sieben Metern zu einer Riesenchance. Vier Minuten später lenkt Marko Bicvic den Ball mit dem Kopf an den Pfosten, der von dort auf der Torlinie zurückspringt und gerade noch so irgendwie von Torhüter Baumann pariert werden kann. Zwei hochkarätige Möglichkeiten in den ersten fünf Minuten, während denen der FC Wil fast schon staunend dem Treiben der Gäste zugeschaut hat. In der 11. Minute wurde das Spiel (ja, es war kein Donnerwetter, sondern heftiges Hagelwetter) kurz unterbrochen. Nach einem Zwischenhoch der Einheimischen lief die Partie danach wieder vorwiegend von West nach Ost, sprich: in Richtung Tor des Gastgebers. Dieses Bemühen, in der Äbtestadt weiterhin als Angstgegner in Erinnerung zu bleiben, hat mit dem 0:1 durch Kuzmanovic schliesslich verdiente Früchte getragen. Weshalb die Jakovljevic-Elf danach deutlich tiefer stand und sich weniger aufsässig gezeigt hat, ist wohl nur mit Psychologie zu erklären. Trotzdem kamen die Gastgeber zu keiner nennenswerten Chance. Fazit zum Pausentee: Eine höhere Führung wäre möglich und verdient gewesen. Um den FC Wohlen musste man sich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich Sorgen machen.

 

Denkste. Wer sie nicht macht, bekommt sie. In der 47. Minute führte ein Foul von Romano an Breitenmoser zu einem Freistoss aus gefährlicher Distanz, der von Lekaj auf Zuspiel von Vonlanthen prompt zum 1:1 Ausgleich genutzt wurde. Das Tor fiel wieder im Osten. Wieder auf Kopfball. Hat die ISP Arena auf dem Bergholz eine leichte Abwärtsneigung von West nach Ost? Jedenfalls waren es im zweiten Durchgang ganz klar die Wiler, die das Heft in die Hand nahmen. Demgegenüber wirkte der FC Wohlen zunehmend ziemlich verunsichert und zeitweise etwas orientierungslos. Viel wollte jetzt nicht mehr gelingen, auch wenn noch die eine oder andere Möglichkeit für die Gäste notiert werden konnte – genauso aber auch für die Einheimischen, die ebenfalls mehrfach gefährlich vor Flamur Tahiraj aufgetaucht sind. Und zwei dieser Möglichkeiten halt nutzten: In der 79. Minute durch Sergio Cortelezzi zum 2:1 und quasi mit dem Abfiff nach dreiminütiger Nachspielzeit als Zugabe noch durch Johan Vonlanthen zum 3:1 Endstand.

 

Was bleibt? Krone richten, aufstehen, weitergehen. Bereits am kommenden Mittwoch um 20 Uhr ist Neuchâtel Xamax FCS (spielt die dritte Runde heute Sonntag zu Hause gegen den FC Vaduz) im Stadion Niedermatten zu Gast. Neues Spiel, neue Chance, neues Glück.

 

Wir glauben daran. Zusammen sind wir stark: HOPP WOHLEN!