FC Schaffhausen – FC Wohlen 3:2

Nie und nimmer hätte man verlieren dürfen ...

Sonntag, 19. März 2017, 15.00 Uhr

LIPO Park, Schaffhausen

Zuschauerzahl: 1’824

 

Kampfstarke und effiziente Wohler. Was die Einheimischen bieten, reicht gegen diesen FC Wohlen nicht. Es war ziemlich genau in der Mitte der zweiten Halbzeit im mit 1'824 Zuschauenden recht stimmungsvollen neuen LIPO Park in Schaffhausen, als die örtlichen Medien in ihrem Live-Ticker nicht mehr so richtig ans eigene Team geglaubt haben. Zu diesem Zeitpunkt lag die Gabriele-Elf mit 0:2 in Führung – ziemlich ungefährdet, wie es den Eindruck machte. Captain Alain Schultz traf bereits in der 2. Minute zum sehr frühen 0:1, verschoss dann in der 23. Minute einen Penalty so deutlich wie noch selten, was Pacar, steil und perfekt von Foschini lanciert, nicht daran hinderte, in der 41. Minute allein vor dem FCS-Torhüter souverän zum Pausenstand von 0:2 zu erhöhen. Alles lief darauf heraus, ein klein bisschen Geschichte zu schreiben in Schaffhausen: Erstens durch die erste Niederlage im neuen Stadion für den Gastgeber. Zweitens durch den ersten Vollerfolg in der Rückrunde dieser Meisterschaft. Er hätte so gut getan. Hätte. Denn es kam alles ganz anders.

 

In der 68. Minute verschuldete Castroman im eigenen Sechzehner einen Foulpenalty und holte sich mit der dafür gegebenen zweiten gelben Karte seinen Platzverweis ab. Steven Lang traf vom Elfmeterpunkt gegen den bis dahin starken Kiassumbua zum 1:2 Anschlusstreffer. Die Elf von Murat Yakin bekam dadurch gehörig Aufwind, der FC Wohlen – jetzt nur noch mit zehn Mann – das grosse Nervenflattern. Die Schaffhauser wurden jetzt zusammen mit ihrem Publikum so euphorisch, wie es der an sich sympathische Stadionspeaker mit den sich nahezu überschlagenden Durchsagen bereits seit Spielbeginn war. Sieben Minuten nach dem Anschlusstor traf Demhasaj (nach einem ziemlich misslungenen Abpraller von Kiassumbua) zum 2:2 Ausgleich. Und dann folgte, was sonst nur in ganz bösen Träumen geschieht: Wiederum Demhasaj stand in der 89. Minute plötzlich ganz allein vor der jetzt masslos überforderten Wohlen-Abwehr und traf für die Einheimischen zum viel umjubelten Siegtreffer. Aus der Traum.

 

Sprachlosigkeit und Fassungslosigkeit demgegenüber im Umfeld des FC Wohlen. Dieses Spiel hätte man bei diesem Spielverlauf nie und nimmer verlieren dürfen. Nach sieben Rückrundenspielen steht ein einziges Pünktchen mehr als zu Beginn der Winterpause auf dem Konto. Viel zu wenig, im Kampf gegen den Abstieg. Der letzte Tabellenplatz ist bedrohlich nahe gekommen. Ohnmacht macht sich breit. Nach der jetzt folgenden Nationalmannschaftspause folgen zwei weitere wegweisende Spiele gegen Le Mont (zu Hause) und Wil (auswärts). Dann ist der erste Teil der Rückrunde bereits wieder vorbei.

 

Die Mannschaft ist besser, als es die Resultate im Moment aufzeigen. Das hat sie auch gegen Schaffhausen bewiesen. Aber: Das nützt schliesslich nichts, wenn die positiven Resultate ausbleiben. Diesbezüglich ist eine gewaltige Reaktion dringend und umgehend nötig.

 

Wir glauben daran. Zusammen sind wir stark: HOPP WOHLEN!